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Mein Weg durch die Schwangerschaft

Frauenarztpraxis Dr. med. Annette Loeck in Hamburg-Blankenese

Liebe Patientin,

wir freuen uns mit Ihnen über Ihre Schwangerschaft und darauf, Sie dabei begleiten zu dürfen. Die Zeit der Schwangerschaft ist ein sehr besonderer, neuer Lebensabschnitt, der mit viel Freude begangen werden kann, aber auch Sorgen, Ängste und Beschwerden mit sich bringen kann.

Schwangerschaft ist ein natürlicher und gesunder Zustand im weiblichen Lebenszyklus. Nichtsdestotrotz kann es vorbestehende Risiken (eigene Vorerkrankungen) oder im Laufe der Schwangerschaft auftretende Risiken (z.B. Bluthochdruck) geben. Um dies frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, ist eine regelmäßige frauenärztliche Vorsorge elementar. Die Teilnahme hieran ist ein wichtiger Beitrag Ihrerseits für eine gesunde Schwangerschaft und ein gesundes Baby.

Dieser Leitfaden bietet Ihnen erste Orientierung für Ihren Weg durch Ihre Schwangerschaft. Wir begleiten Sie medizinisch und individuell bestmöglich und umfassend.

Mutterschaftsvorsorge

Die Untersuchungstermine finden zunächst alle 4 Wochen, im letzten Drittel der Schwangerschaft alle 2 Wochen statt. Dabei wird regelmäßig Blutdruck gemessen, Gewichtskontrolle und Urinuntersuchung durchgeführt und es finden meist gynäkologische Untersuchungen statt. Ab dem letzten Drittel der Schwangerschaft wird zusätzlich jedes Mal ein CTG (Cardiotokographie: Ableitung der kindlichen Herztöne) durchgeführt.

Blutuntersuchungen

Zu Beginn werden Blutgruppenbestimmung mit Rhesusbestimmung, Antikörpersuchtest (Wiederholung in der 24.-28. SSW), Röteln-Antikörpertiter, Luessuchtest, HIV-Test (wahlweise) durchgeführt. Ergänzt werden diese durch einen Blutzuckerbelastungstest (mit 50g Glucoselösung) ab der 25. SSW zum Ausschluss eines Schwangerschaftsdiabetes.
Ab der 32. SSW wird eine Blutentnahme zum Ausschluss einer Hepatitis B durchgeführt.

Ultraschall

Es sind 3 Ulraschalluntersuchungen vorgesehen:

  • 9. - 12. SSW (Feststellung Schwangerschaftsalter, Ausschluss früher Fehlbildungen)
  • 19. – 22. SSW (erweiterter Organultraschall, Geschlechtsbestimmung)
  • 28. - 32. SSW (Kontrolle des kindlichen Wachstums, Fruchtwasser, Plazenta)
Blutzuckerbelastungstest

Dieser Test wird ab 24. SSW durchgeführt und dient dazu, einen sich evt. entwickelnden Schwangerschaftsdiabetes früh zu erkennen. Sie erhalten eine Glucoselösung mit 50 g Glucose, eine Stunde später wird Ihnen Blut abgenommen. Der Blutuckerwert wird im Labor bestimmt (der Grenzwert liegt bei 135 mg/dl). Ein auffälliges Testergebnis wird zunächst durch einen aufwendigeren 75 g-Glucosetoleranztest weiter abgeklärt. Sollte dieser ebenfalls auffällig sein, wird eine Mitbehandlung durch einen Diabetologen begonnen.

Zusätzlich zu den in den Mutterschaftsrichtlinien festgelegten Untersuchungen, beraten wir Sie gern zu ergänzenden Untersuchungen, die nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehören:

Bluttest auf Toxoplasmose, Zytomegalie oder Ringelröteln

Eine Infektion mit Toxoplasmen ist für gesunde Erwachsene meist nicht gefährlich, eine Infektion in der Schwangerschaft kann jedoch mit schweren Schädigungen beim Kind verbunden sein. Eine Bestimmung der Immunität hilft das persönliche Risiko hierfür abzuschätzen. Bei Eintritt einer Toxoplasmoseinfektion in der Schwangerschaft kann das Kind (rechtzeitig erkannt) medikamentös behandelt werden.
Sollten Sie keine Immunität gegen Toxoplasmose besitzen:

  • Meiden Sie rohe Lebensmittel, Fisch und Fleisch gut garen,
  • Speisen mit rohen Eiern meiden,
  • Obst und Gemüse gründlich waschen bzw kochen
  • Meiden Sie Kontakt mit (kleinen) Katzen, das Katzenklo sollte nicht mehr von Ihnen gereinigt werden.

Zytomegalieviren gehören zur Gruppe der Herpesvirenn und sind ebenfalls für gesunde Erwachsene nicht gefährlich. In der Schwangerschaft kann eine Infektion mit Zytomegalieviren schwere Erkrankungen beim Baby hervorrufen. Die Kenntnis der eigenen Immunität ist also sehr wichtig, um sich selber adäquat schützen zu können.

Für den Fall, dass Sie keine Immunität besitzen, sollten Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  • Sorgfältige Händereinigung nach dem Windelwechseln von Geschwisterkindern, aber auch sorgfältige Hygiene bei Kontakt mit anderen Körperflüssigkeiten (Tränen, Speichel etc).
  • Besteck, Schnuller usw. sollten in der Schwangerschaft nicht gemeinsam benutzt werden.
  • Angehörige bestimmter Berufsgruppen (z.B. Kinderkrankenschwestern) erhalten ein Beschäftigungsverbot für die Zeit der Schwangerschaft, wenn sie keine CMV-Immunität besitzen.

Ringelröteln werden durch Parvoviren übertragen (nicht zu verwechseln mit den klassischen Röteln). Diese sind für gesunde Erwachsene ebenfalls meist ungefährlich, können beim Kind aber schwere Erkrankungen hervorrufen. Die Kenntnis der eigenen Immunität ist wichtig, um sich und das Baby adäqat zu schützen.

Sollten Sie keine Immunität gegen Parvoviren besitzen, beachten Sie bitte folgende Vorsichtsmaßnahmen:

  • Informieren Sie Kindergärten und die Grundschullehrerin über ihre Schwangerschaft und bitten um umgehende Information, sollten dort Ringelröteln auftreten.
  • Die Ansteckungsgefahr (z.B.für Ihr Kindergarten- oder Grundschulkind) ist bereits vorhanden, bevor erste Symptome eines Ringelrötelnfalls auftreten!
  • Wichtig ist auch hier, auf eine sorgfältige Händehygiene zu achten.
Wunschultraschall

Nach einer am 31.12.2018 in Kraft getretenen Neuregelung des Strahlenschutzrechtes sind Ultraschalluntersuchungen, die nicht der medizinischen Diagnostik dienen („Baby-Fernsehen“) ab Januar 2020 nicht mehr möglich. Wenn Sie sich trozdem Ultraschallfotos von Ihrem Baby wünschen (ggf auch 3D-Bilder), fertigen wir diese gern während der 3  genannten Ultraschalluntersuchungen kostenpflichtig an.

Streptokokken-Test | ab 35. SSW

Streptokokken sind Bakterien, die nicht selten unbemerkt Schleimhäute im Körper besiedeln (z.B. im Rachenraum) ohne Krankheitssymptome hervorzurufen. Es gibt auch eine vaginale Streptokokkenbesiedlung, die durchaus ohne Symptome vorliegen kann. Eine Infektion des Babys unter der Geburt kann jedoch zu schweren Verläufen einer Streptokokkeninfektion beim Neugeborenen führen. Frauen, bei denen der Streptokokkentest positiv ausfällt, erhalten unter der Geburt ein Anbtibiotikum, um eine Infektion des Kindes zu verhindern.

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